Sammlung H.W. Franke

Herbert W. Franke schreibt in der ‘WUNDER KAMMER MUSIK’ über meinen Erschaffer ….

Ein Gymnasiast mit Lehrauftrag.
Mehrere reizvolle Bilder für die Sammlung bekam ich von Reiner Schneeberger (geb. 1957), der heute als Computerspezialist tätig ist. Als ich ihn kennenlernte, war er ungefähr 16 Jahre alt, Schüler eines Münchner Gymnasiums, der sich mit einem Brief an mich gewandt hatte, um mir mitzuteilen, dass er mit Computergrafik beschäftigt war. Er lud mich zu einer Besichtigung seiner Arbeiten ein, und ich traf ihn in einem Klassenzimmer seiner Schule, wo er mehrere Tische mit Beispielen seiner Arbeiten belegt hatte. Was ich da zu sehen bekam, war beachtenswert, sodass ich den jungen Mann dazu ermunterte, sich auf diesem Gebiet weiterhin zu betätigen. In der Tat arbeitete er engagiert weiter und war später einer der Initiatoren für die Gründung der Gesellschaft für Computergraphik und Computerkunst in München, die vor allem in der Anfangszeit mit mehreren Ausstellungen, Veranstaltungen und Preisausschreiben hervortrat. Die Sache hatte aber noch eine andere Facette. Ich erzählte nämlich dem Inhaber der Lehrkanzel für Kunsterziehung der Münchner Universität, Professor Hans Daucher, von Reiner Schneeberger und seinen Aktivitäten. Hans Daucher war von ihm so beeindruckt, dass er ihm einen Lehrauftrag gab, der seinen Studenten, angehenden Kunstzerziehern, eine Ahnung vom Programmieren und der Anfertigung von Computergrafik vermitteln sollte. Der Lehrauftrag wurde erteilt, aber keine der maßgebenden Persönlichkeiten hatte bemerkt, dass Reiner Schneeberger noch ein Schüler war, und es war eine kleine Sensation — und erregte auch den Widerpruch einiger Bürokraten —, als das später bekannt wurde. Seine Ausführungen und Demonstrationen fanden aber das Interesse der Studenten, und so kam es, dass in München die Kunsterzieher früher etwas über Computerkunst erfuhren als die Studenten der Akademie für Bildende Künste.

Herbert W. Franke, in: Wunderkammermusik, Kunsthalle Bremen, 2011, Seite 230

Im Jahre 2031 wird das Bild “Clone of Zuse, 2011” an die Sammlung der Kunsthalle Bremen übergeben … mehr dazu finden Sie in dem Artikel: Bamohee, Die Entdeckung der Avatarkunst
About Reiner Schneeberger:
In “Ex Machina – Frühe Computergrafik bis 1979. Die Sammlungen Franke und weitere Stiftungen in der Kunsthalle Bremen. Herbert W. Franke zum 80. Geburtstag. Deutscher Kunstverlag 2007″
finden sich auf den Seiten 454 und 455 Angaben zu den von Reiner Schneeberger im Bestand der Kunsthalle Bremen stehenden Werken aus der Zeit vor 1980. Im Jahre 2013 wurde von Reiner Schneeberger und Dietrich Scheringer das Projekt recodeArt gestartet. Es hat die Wiedergeburt dieser Werke in Form einer Re-Codierung zum Ziel. Mehr finden Sie dort und in Facebook unter facebook.com/recodeart
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